Antonitenkloster Tempzin

Das Pilger Kloster Tempzin

Über 500 Jahre alte Gebäude erwarten Sie in Tempzin - ehemals eine gewaltige Antoniter-Hospital-Kloster-Anlage, bestehend aus der Kirche, dem Warmhaus und dem Gutspächterhaus.

Vom hessischen Grünberg aus wurde unter dem mecklenburgischen Fürsten Heinrich Borwin im Sommer 1222 ( vor 785 Jahren) die Präzeptorei in Tempzin gegründet, die sich bald zum Mutterkloster für andere Niederlassungen in Ostpreußen , Skandinavien und im Baltikum entwickelte.

In der Folge der Reformation wurde die Präzeptorei 1552 aufgehoben – der Besitz ging an den Fürsten über. Tempzin wurde so zur landwirtschaftlichen Domäne.

Die Antoniter gingen im 18.Jh. im Malteserorden auf, zumal ihr Hauptwirkungsfeld – die Bekämpfung der Mutterkornvergiftung – an Bedeutung verloren hatte.

Chronik

1222
Gründung des Antoniterhauses in Tempzin
1390 – 1417
Präzeptor Petrus Probst, genannt Berlonis baut den Chor der Kirche
1391
Gründung der Präzeptorei Morker (Mohrkirchen) in Schleswig
1403
erste Antoniter in Südschweden
1411
Tempziner Altar (heute im Güstrower Schloss)
1470
Gründung der Präzeptorei Prästö auf Seeland ( Dänemark)
1475
erste Nennung des Antoniterhauses in Ramundeboda ( Südschweden)
1490 -1500
Präzeptor Barthold Ponnick: Bau eines neues Hospitals ( Warmhaus)
1500
Gründung des Antoniterhauses in Nonnesetter bei Bergen (Norwegen)
1500 – 1518
Präzeptor Johannes Kran: Ausbau der Kirche
1504/1507
Gründung der Präzeptorei Frauenburg im Ermland
1552
Aufhebung des Antoniterhauses in Tempzin
1557
Abbruch von Klostergebäuden und Verwendung der Steine für den Schweriner Schlossbau
1589
evangelische Pfarrei

Die Kirche

Die Kirche im Pilger Kloster Tempzin

Über den Tempziner See entfaltet sich von Nordosten ein traumhafter Blick auf die ANTONITER-Hospital-Kloster-Anlage.

Schon von Weitem sichtbar – das Türmchen auf dem westlichen Giebel der spätgotischen Backsteinkirche, die als 3-schiffige Halle angelegt ist.

Sie ist als eines der Gebäude aus der Klosterzeit Tempzins bis heute wohlerhalten geblieben und wohl die geräumigste und größte Landkirche in ganz Mecklenburg.

143 Fuß lang, 82 Fuß breit im Schiff, 38 Fuß im Chor an der Ostseite, 80 Fuß hoch und 114 Fuß Turmhöhe (1 Fuß = 0,3048 m)

Warmhaus

Das Warmhaus im Pilger Kloster Tempzin

Die geheimnisvolle Krankheit „ignis sacer“- das Heilige Feuer – oder auch Antoniusfeuer genannt und Pilgerströme, die nach Tempzin kamen, waren der wesentliche Anstoß zum Bau des gewaltigen dreigeschossigen Warmhauses, das aus gotischer Zeit stammt.

1496 errichtet, bot es um 1500 vielen Pilgern Obdach und ebenso Hilfe und Fürsorge für die an einem Pilz im ungereinigten Getreide – „dem Mutterkorn“ - Erkrankten. Brüder des Antoniter-Ordens nahmen sich der Erkrankten an, führten Sie in das gut geheizte Warmhaus und versorgten Sie mit dem sogenannten Antoniuswein und „reinem“Brot. Nutzte diese Maßnahmen nicht, musste amputiert werden.

Der für Nordeutschland einmalige Backsteinbau verfügt über mehrere Kamine, darunter einer mit einer gewaltigen Ausdehnung von 4 x 4 Metern.

Nach der Auflösung der ANTONITER-Hospital-Kloster-Anlage - jetzt Pilger Kloster Tempzin diente das Warmhaus 1552 unterschiedlichen Zwecken. Zuletzt wurde es als Getreidespeicher genutzt, was sich sehr schädlich auf die Erhaltung des Gebäudes auswirkte.

Haus der Gemeinschaft

Das Gutspächterhaus im Pilger Kloster Tempzin
Beschreibung

Das Gutspächterhaus ist Teil der ANTONITER-Hospital-Kloster-Anlage jetzt Pilger Kloster Tempzin.

Ca. um 1880 errichtet, diente es nach dem 2. Weltkrieg als Mehrfamilienwohnhaus.

Dank Pastor Joachim Anders und seiner Frau Magdalene und ihrer unerschütterlichen Zuversicht „lebt“ die Klosteranlage seit 1993 wieder als Kloster und Pilgerherberge. Das Gutspächterhaus hat inzwischen eine Holzvergaserheizung erhalten und soll nicht nur für den Verein „Pilgerherberge Kloster Tempzin e.V.“ ein „Haus der Gemeinschaft“ werden.